Damit Homeoffice auch wirklich gelingen kann

Die Erfahrungen mit Homeoffice werden eine der großen Erkenntnis aus der Corona-Krise sein. Damit dieser Weg künftig nicht mehr Hals über Kopf beschritten werden muss, hat die AK Vorarlberg einen kleinen, schlauen Homeoffice Guide geschrieben

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Homeoffice ist nichts gänzlich neues aber seit Beginn der Corona-Pandemie hat Teleworking eine völlig neue Dimension erreicht - auch in Arbeitsbereichen, Unternehmen und Branchen, wo dies für viele bislang noch nicht denkbar war. 
Für Arbeitnehmer und Arbeitgeber kann Homeoffice durchaus Vorteile haben. Wichtig ist jedoch eine klare Vereinbarung, denn nur eindeutige Regeln sichern die Beschäftigten ab. 

Endlich gibt es nun auch eine Regelung dafür, welche in Kürze im Nationalrat beschlossen werden soll. Hier die wichtigsten Punkte: 

Video: https://youtu.be/-q69NOJ4fk0 


Homeoffice bleibt weiter freiwillig, es gibt keine Pflicht

Zwischen ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen muss es eine schriftliche Einigung geben. Zudem gibt es aus wichtigem Grund mit einer Frist von einem Monat ein Rücktrittsrecht.

Homeoffice wird ein eigener Betriebsvereinbarungstatbestand

Das Arbeiten zu Hause bekommt einen fixen Platz im Arbeitsverfassungsgesetz. Das ermöglicht konkrete Vereinbarungen zu Fragen wie:

Wer kann Homeoffice machen?
In welchem Stundenausmaß?
Welche Arbeitsmittel werden zur Verfügung gestellt?
Welcher Aufwandersatz gebührt?


Arbeitsmittel und Aufwandersatz

ArbeitgeberInnen müssen ArbeitnehmerInnen grundsätzlich Arbeitsmittel zur Verfügung stellen. Verwenden Sie im Homeoffice eigene Mittel, steht Ihnen Aufwandersatz zu.

Achtung, wichtige Verbesserung: Bei Verwendung eigener digitaler Arbeitsmittel (Laptop, Handy, Internetkosten) ist künftig ein Kostenersatz unabdingbar. Das ist eine deutliche arbeitsrechtliche Verbesserung!

ArbeitgeberInnen können weiterhin einen Beitrag für laufende Mehrkosten (Strom, Heizung) übernehmen. Diese Kosten können auch in Form einer Pauschale ersetzt werden.

Steuerliche Absetzbarkeit

Diese besteht aus zwei Elementen:

Zahlungen der ArbeitgeberInnen für Kosten im Homeoffice wie Pauschalabgeltungen für digitale Arbeitsmittel oder freiwillige Zahlungen sind künftig im Rahmen eines Homeoffice-Pauschales von 3 Euro pro Tag, maximal 300 Euro im Jahr, steuer- und Sozialversicherungsfrei.

Die Kosten für ergonomisches Büromobiliar (vorzuweisen mittels Beleg, etwa Drehstuhl) sind künftig mit bis zu 300 Euro pro Jahr absetzbar.

Diese neuen Regeln gelten in den Jahren 2021 bis 2023, für 2020 gelten die alten Vorgaben.

ABER: Damit die Kosten für 2020 angeschafftes Mobiliar nicht verfallen, können Anschaffungen aus 2020 innerhalb des 300-Euro-Rahmens für 2021 abgesetzt werden!

Arbeitsrecht, ArbeitnehmerInnenschutz, Haftung

ALLE Bestimmungen des Arbeitszeitgesetzes, Arbeitsruhegesetzes und die anwendbaren Bestimmungen des ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes gelten AUCH im Homeoffice!

Unfallversicherungsschutz

Der Unfallversicherungsschutz, der Arbeitsunfälle im Homeoffice besser schützt und bis 31.3.2021 befristet ist, geht in DAUERRECHT über.

Das betrifft auch Wegunfälle vom Homeoffice in die Arbeitsstätte, zum einem Arzttermin, einer Interessenvertretung oder wenn Sie Kinder in den Kindergarten oder in die Schule bringen und ins Homeoffice zurückgehen.

ACHTUNG
Nicht umfasst sind Wege aus dem Homeoffice, um Essen zu besorgen (Supermarkt, Abholstation).

 


 

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